Archive for July 23rd, 2006

Quack Quack

Na das war vielleicht ein Spaß heute. Eigentlich hats nicht gut angefangen, denn ich hab nicht sonderlich gut geschlafen, denn der Chinese schnarcht wie ein Dieselgenerator, und der andere der in dem Zimmer wohnt, kam erst mitten in der Nacht heim. Irgendwie hatte er Probleme mit dem Tuerschloss, glaube ich :)

Die Ducktour die ich gestern gebucht habe, war wirklich toll. Unser “Guide”(ich glaube er hieß Al Fresco) war die totale Kanone). Ein bisschen amerikafeindlich sind wir durch die Stadt geduest und er hat allerhand Bloedelein, die teilweise wirklich lustig waren und auch wirklich tolle Geschichten ueber Boston erzaehlt. War zwar 23 Dollar Preis(die Tussi an dem Ticketstand wollte gestern nicht mal meinen Studentenausweis sehen), aber die waren es definitiv wert. Ein paar Fotos von der Ducktour gibt es bestimmt. Achja, falls ich es noch nicht erklaert habe: Eine Ducktour ist eine Tour in einem Amphibienfahrzeuge aus dem zweiten Weltkrieg. Sie fahren zuerst an Land herum und dann plitsch platsch mitten in den Charles River hinein, damit man die Skyline genießen kann. Nach der Ducktour war ich nicht ganz sicher was ich tun sollte, und so entschloss ich mich zu shoppen. Der geneigte Leser fragt sich nun sicher sofort:”Paul, shoppen? Wie passt denn das zusammen”. Ich werde es euch sagen: Seit dem zweiten Tag der Konferenz ziert meine 4 Monate alte Jean ein faustgroßes Lueftungsloch zwischen meinen Schenkeln. Dies hatte die Folge, dass Klein-Pauli an diesem Tag ungewollterweise ab und an das Licht der großen, weiten Welt erblickte. Da er sich immer so schreckte, wollte ich ihm das seit Montag absolut nicht mehr zumuten, und so entschied ich mich heute fuer einen Jeankauf in der Einkaufshalle von Boston. Die kostete zwar 60 Dollar, aber dafuer schaut sie echt ok aus(zumindest fuer mich). Da ich auch schon seit ein paar Tagen nichts mehr zu lesen habe(ICh bin seit Mittwoch mit meinen beiden, fuer den Urlaub gekauften Buechern fertig, habe ich auch noch Barnes and Noble besucht und mich mit 5 Buechern eingedeckt. Auch die haben 41 Dollar gekostet, aber ich glaub das ist ok. Unter anderem ein Douglas Adams und ein Nick Hornby Buch erstanden… Und was soll ich euch sagen: Da gibt es ALLE Calvin und Hobbes Buecher die mir noch fehlen! Ich war aber schon so schwer beladen, dass ich ihr Erstehen auf New York verschoben habe.

Danach bin ich nochmal aufs Prudential Center raufgefahren um mir das Wetter anzuschauen. Die netten Maedels oben haben mich sichtlich wieder erkannt und meinten ich solle morgen wieder kommen, da sei sicher besseres Wetter. Wer kann schon Maedels mit “Skywalk” T-Shirts widersprechen. Ich besichtige stattdessen das “Christians Science Church Library Center”(oder so) und die Trinity Church. Beides wirklich nett, vor allem das “Mapparium” in der Library. Ein Globus den man von innen begehen kann.
Da wir nun schon 0230pm schrieben, entschied ich mich mal wieder was zu essen(siehe genaueres bei den upcoming Fotos). Soviel sei nur erwaehnt: Die Leute schauen schon wirklich sehr komisch wenn ich mein Essen auf Digitalcamera festhalte. Manche lachten mich sogar aus, aber ich konnte auch nur mit einem Laecheln antworten; dieses kam mir beim Betrachten meines Essens auch nicht schwer ueber die Lippen. Und ich mit meiner neugierigen Art kanns mal wieder nicht lassen, irgendwas zu bestellen was ich nicht kenne: “Dr. Pepper”, irgendein Drink, der nach Kirschpisse schmeckt(zumindest stell ich mir so die Pisse von Kirschen vor, wuerden sie einen derartig vergleichbaren Stoffwechsel besitzen). Lustig ist das Bestellen von irgendwelchen Sachen allemal, denn die Amis fragen einen hunderttausend Sachen, die ich alle nicht verstehe; das liegt wahrscheinlich daran, dass die meisten die in so einem Fast-Food Schuppen ihr Geld verdienen, nicht in diesem wunderbaren Land geboren sind. Es kann aber auch einfach an dem ziemlich schwer zu verstehenden Bostoner Akzent liegen. Auf alle Faelle hatte ich heute schwarzen Kaffee zum Fruehstueck und schwarze Bohnen mit Reis in meinen Tacos. Er fragte mich bei den Tacos auch nach Cream, da sagte ich “Yes”, wobei ich sehr erstaunt war, dass man bei Dunkin Donuts auch Cream in den Kaffee tut. Was also “Cream” jetzt wirklich ist, hab ich noch nicht herausgefunden. Ist aber auch egal, denn es schmeckt sowieso alles gleich. Jetzt wo ich das schreibe, faellt mir auf, dass ich die Trinity Church erst nach dem Essen besichtigt habe, aber das ist ja auch egal. Die Dreieinigkeit Kirche-Essen-Kirche legt ja keinen Wert auf Reihenfolge. Achja, dann wollten mich auch noch die Veganer bekehren. Sehr lustig, ich hab sie fotographiert. Sie standen ja direkt vor den Leuten die irgendwas mit einem Organhandel von sich gegeben haben. Vielleicht sollten sie sich mal mit den Veganern zusammenreden.

Achja, der nette Typ am Trinity Church Schalter wollte unbedingt meine Student ID sehen. Natuerlich zeigte ich sie ihm. Er war sichtlich froh als er meine Sozialversicherungsnummer als meine Matrikelnummer entziffern konnte. Ich dachte mir schon vorher, dass er meine Sozialversicherungskarte sicher nicht von einem Studentenausweis unterscheiden koennte. So was es dann auch, und wir waren beide gluecklich :)
Achja, ich habe mir jetzt die letzten 3 Tage ein paar Gedanken gemacht zu koebesines Frage, was ich wohl mitnehmen wuerde aus Boston: Mir sind drei Dinge eingefallen, die ich sicher nicht mitnehme: Ein Harvard T-Shirt, einen Teddy der auf seinem Shirt stehen hat: “Hug someone from Harvard” und natuerlich nicht eine Harvard-Muetze. Ein moegliches Teil das man mitnehmen koennte waere eventuell: Eine Ente von Ducktours, ein Sam Adams Bier oder einen Metroplan, weil die Metro einfach lustig ist und sich “T” nennt.
Heute abend werde ich in einen Jazzclub gehen, das Hostel macht da eine Tour hin, da werde ich mich anschließen. Da trifft man sicher auch Leute.

Die Bilder die man nun sieht, sind das Essen von gestern und heute, ein Duckboatcar und ich 1 Minute vor dem Start, da war ich noch sehr skeptisch, weil 1. das Cockpit und 2. “Al Fresco” gesehen habe. Das letzte ist ein bruehmter “T” Wagon.
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Sightseeing extended

Huch, schon wieder hab ich das Privileg Internet direkt an der Quelle zu besitzen. Die Connection ist nicht besonders gut, aber es reicht aus um zumindest ASCII-Zeichen zu uebertragen. Aus diesem Grund wirds vorerst keine Fotos geben(obwohl ich heute ca. 80 geschossen habe, unter anderem von meinem “Essen” :) ). Der heutige Tag war ja der Abschiedstag in der BU, ich musste gegen 1100 aus dem Zimmer sein. Irgendwie schienen das jedoch die Maedels des Putztruppes nicht ganz mitbekommen haben, und stuermten gegen 1015 in mein Zimmer, bewaffnet mit Gummihandschuhen, Besen und Mobs(wie schreibt man eigentlich “Mob”?). Was sie zu Gesicht bekamen, duerfte ihnen nicht so gefallen haben, denn ich saß, nur mit einem Handtuch laessig um meine Hueften geschwungen vor meinem Laptop und las die letzten News. Auf ein froehliches “Hi” von mir, verließen sie rotanlaufend und leicht kichernd wieder das Zimmer. Durch diese unangemeldete Stoerung packte ich schnell mein Zeug zusammen und verließ die BU in Richtung meiner neuen Wohnstaette, dem HI-Fenway Youth Hostel. Mit der Reservierung hat alles geklappt, nur konnte ich so frueh noch nicht einchecken. Nun, die große Tasche ließ ich im Hostel, den Laptop samt den Dipsy Doodles und Cola nahm ich mit auf meine erste Erkundungstour. Es sollte sich im Laufe des Tages herausstellen, dass 2h mit Laptop spazieren gehen, die Schultermuskulatur hart macht wie Granit. Doch dazu spaeter.

Das Sightseeing war gut, ich habe an diesem Tag grandiose DREI Walkingtours gemacht, und eine Ducktour fuer Sonntag gebucht. Die ist zwar zeitig in der Frueh, doch was solls … Die Fotos werde ich alle irgendwann online stellen, wenn ich wieder eine stable Verbindung zum WWW erreichen kann.

Ein schoenes Erlebnis heute war noch das Besorgen von Waschmittel fuer die Waschmaschine, da ich weder weiß wie es heißt, noch wie es aussieht. Die Frau im 24h schaute ganz schoen baff, als ich sie nach “Something you put in your machine that, schwuppdiwupp makes your clothes clean, but I don’t need a gallon of it, just a small bottle” Nachdem alle diese Klarheiten beseitigt waren, ging ich mit einer Flasche “Gain” Richtung Waschmaschinenraum des Hostels. Alles lief perfekt, die sind naemlich klug, die Hostelbesitzer: Die schreiben keine Temperaturen an die Maschine sondern simpel: “Hot, Warm, Cold” Das versteh sogar ich. Auch der Trockner war einfach zu bedienen. In der Lobby auf meine Waesche wartend traf ich dann noch Brad(er war dienstags mit von der Partie und ist einer von den Kanadiern) und Chris(sein Kollege) die ebenfalls in dem Hostel ein Zimmer belegten. Wir gingen dann noch zusammen Essen, mit 3 Maedels, die wir auch in der Lobby trafen. Eine Australierin und 2 Britinnen(das Wort schaut sehr komisch aus, aber ich glaube es stimmt so). Jetzt stelle sich das einer vor, ich armer Tropf sitz an einem Tisch mit 2 Kanadiern, einer Australierin und zwei Goeren aus Liverpool. Das Komglomerat an Englisch war ueberwaeltigend. Waren uebrigens in einem Seafood-Restaurant, das ein wenig “pricy” war, aber die Primavera Pasta die ich dort hatte, war allererster Klasse. Wirklich ausserordentlich gut! Es gibt also wirklich doch noch Amis mit Geschmack. Chris, unser Kellner, war sehr lustig und es war ein netter Abend. Zurueck im Hostel noch 2 Partien Pool(free) und jetzt eh auch schon ab ins Bett (0100am) weil meine Ducktour um 1000 startet.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich diesen Bericht nur hingefetzt hab, und mir nicht sonderlich viel ueberlegt habe dazu, denn der Japaner im Nachbarbett macht mich nervoes. Ich will nur noch schnell den Lap abdrehen, und schlafen. Das mach ich jetzt auch, Gute Nacht!


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