Archive for July 22nd, 2006

Konferenz, die vorletze, die letzte, Partytime und North End

So nun endlich wieder Zeit zu bloggen. Es ist ja viel passiert in den letzten 3 Tagen. Beginnen wir also gleich einmal mit dem vorletzten Tag der Konferenz, dem

Mittwoch: Wieder mal um 0700am aufgestanden, wieder einmal ca. 2 Ubahnen bei meiner Station vorbeifahren lassen muessen, weil sie gnadenlos ueberfuellt war, wieder einmal 45 Minuten Richtung WTC Boston gefahren, wieder einmal den Invited Talk angehoert. Diesmal ueber CALO, ein personal Assistant, der einem das Leben einfacher machen soll.(Er organisiert Meetings, liest Daten aus Mails etc…) Unter Tags waren dann ein paar Talks, die ich nicht unbedingt berauschend fand. Abends jedoch war eines der tollsten Dinge der Konferenz: Die Poster Session. Junge euphorische Researcher haengen dort ihre Projekte auf(eigentlich nur deren Poster) und stehen dann 3h in der Gegend und warten bis sie jemandem erklaeren koennen was sie da machen. Einige wirklich interessante Dinge waren dabei, ich habe viele Visitenkarten gesammelt, und mir ueberlegt ob ich fuer solche nicht selbst welche drucken lassen sollte. Die erwaehnten Researcher taten sich naemlich sichtlich schwer meine, mit Sauklaue geschriebene Emailadresse zu entziffern. Was solls, ich hab ja sowieso deren auf einer handlichen kleinen Kartonkarte. Ueber die inhaltlichen Einzelheiten der Poster werde ich hier nichts berichten, denn das wuerde den geneigten Leser sowieso nur zu einem Gaehnen hinreißen. Falls sich der aufmerksame Leser noch an mein Posting mit dem Bericht von Samstag erinnert, sei hier noch erwaehnt, dass der Deutsche mit dem ich unterwegs war, die Annual Game Competition, und somit 10000 Euro gewonnen hat. Herzlichen Glueckwunsch Stephan nochmals von dieser Seite aus.(Wobei Stephan wahrscheinlich diese Glueckwuensche niemals erhalten wird, denn er weiß weder, dass ich ein Blog schreibe, noch dessen URL)

Eines der erfreulichen Dinge dieses Tages war jedoch auch, dass ich das erste huebsche Maedel auf dieser Konferenz gesehen habe. Wie wuerde man hier sagen: “She’s a hottie”. Leider war ich jedoch zu feige und zu faul sie anzusprechen, was auf so einer Konferenz normalerweise kein Problem sein sollte, denn man kann immer irgendwelche daemlichen Fragen stellen wie “And you? Are you presenting something on this conference?” Und noch eines soll zur Poster-Session erwaehnt sein: Man bekam wieder etwas zu essen, und ich habe sie entdeckt! Die Kochkunst der Amerikaner. Es gibt wohl kein anderes Volk dass dermaßen hervorragend “Fix-Fertig-Tortellini-in-Fix-Fertig-Kaesesauce” zubereiten kann als die Einwohner der United States of America! Wieder einmal eine Karusselfahrt fuer meine Geschmacksknospen.

Um 0920pm dann Richtung BU(Boston University) gefahren, da ich nach wieder einmal 12h Konferenz doch schon sehr muede war. Daheim noch gelesen und dann relativ bald wieder geschlafen, weil der naechste Tag war schließlich der letzte, und den wollte ich auf garkeinen Fall muede genießen.

Donnerstag: Vormittag siehe Mittwoch, nur das der Invited Talk um 0900 Uhr morgens grandios war. Es handelte sich hierbei um die Beschreibung des Alchemy Projektes, das wirklich nach einem Wunderding aehnelt, wenn es haelt, was der Vortragende verspricht. Genauere Untersuchungen werden jedenfalls in Oesterreich dann durchgefuehrt. Die restlichen Talks dieses Tages waren eher matt, auch die abschließenden Talks ueber den “Turing Test” waren nicht berauschend. Was jedoch berauschend war, war der folgende Abend(wenn das keine gelungene Ueberleitung war, dann moege man mir verzeihen und mir in den Kommentaren eine passendere anfuehren). Um ca. 0500pm machten Wolfgang, Laura(Uni irgendwo in Deutschland, hatte ein Poster bei der Postersession), Marc(der aus Baltimore) und Brian(glaub der geht mir Marc auf die gleiche Uni) uns auf den Abend fuerstlich in einer Bar in Government Center bei der Faneuil Hall zu beginnen. Wolfgang und Laura hatten Eistee, Marc und ich nahmen gleich ein Bier. Brian war nicht mehr dabei, denn der mußte sein Flugzeug erwischen, aehnlich wie Laura die uns gegen 0700pm verließ. Auch Wolfgang, dem die Muedigkeit und die Anstrengungen aufs Gesicht gemalt waren(finde geschrieben, hoert sich geschwollen an, malen ist auch nicht besser, aber zumindest bildlicher), machte sich irgendwann vor 0700pm auf ein kleines Schlaefchen rar. Marc und ich hatten sehr nette Gespraeche lachten viel, tranken auch ein wenig, und empfingen irgendwann noch jemand anderen von Marcs Uni, dessen Namen ich mir leider nicht gemerkt habe. Er ist Pole(nennen wir in deswegen ab nun liebevoll “Stani”), lebt seit 4 Jahren in den Staaten und erzaehlt in einer unerschoepflichen Leidenschaft die ganze Zeit irgendwelche Witze. Sei es an seinem Englisch an seiner Erzaehlweise oder einfach nur am fehlen einer sinnvollen Pointe, ich konnte nur gekuenstel laecheln. Stani leidet an einem Leberschaden, und kann daher keinen Alkohol trinken, was ihm teilweise sehr leid tut. Gestern jedoch hat auch er einen Riesenhaufen auf seine Leber gekackt und ist mit uns, zumindest in Ansaetzen abgesoffen :) Er muss laut eigenen Erzaehlungen jetzt nur die naechsten 3-4 Tage sehr auf seine Ernaehrung achten, damit sich seine Leber wieder erholt. Seine 3 Heineken sind also mehr als muehevoll erarbeitet und verdient. Gegen 0930pm und einiger Biere spaeter machten wir uns auf Richtung BU um erstens unsere Sachen dort abzugeben(Wir waren natuerlich alle mit Laptop unterwegs) und zweitens hatten wir einen Tip bekommen, dass hinter der BU irgendwo ein Lokal sei(Common Ground), in dem es eine 80’s Party gab. Nun, man kann auf so eine Party natuerlich nicht nuechtern gehen, und so schnappten wir drei uns noch eine Hopfenkaltschale in dem um die Ecke liegenden Pub mit einem “Foosball”-Tisch(Musgit: jops sie nennen es so, ich dachte das erste mal nur sie wollen mich veraeppeln). Stani der heute morgen um 1100am Richtung irgendwohin geflogen ist, machte sich nach dem kurzen Intermezzo auch schon wieder auf den Heimweg, und so blieben nur Marc und ich als einzige tapferen Kaempfer uebrig, auf der Suche nach einer Bar. Nach einigem Hin- und Herfragen(man wird gespraechiger im Laufe des Abends) haben wir es dann gefunden. Mit 3 Dollar Cover(so nennt man in hiesigen Tanzcafés den Eintritt) war es auch durchaus leistbar und schwuppdiwupp waren wir nach 10 Minuten Anstellen auch schon drinnen. Natuerlich gab es wieder einmal Witze ueber das Foto in meinem Reisepass und wir haben alle herzlich gelacht(*haha*). Naja zu drinnen ist nicht viel zu sagen, Disco halt, die kann sich jeder von uns vorstellen. Fuer alle die das nicht koennen, empfehle ich einmal einen Besuch in einer solchen, um anschließend hier weiter zu lesen. 3 Bier spaeter um Punkt 0200am drehte man in dem Schuppen alle Lichter auf die man hatte und verscheuchte die Gaeste. Etwas unromantisch, aber effizient. Marc kam dann noch schnell auf einen Sprung in die BU um seinen Rucksack abzuholen, und wir verabschiedeten uns. Vielleicht sehen wir uns ja mal wieder, wenn er mal wieder in Europa vorbeischaut. Mit einer optimistischen Zeit von 1000am stellte ich mir den Wecker fuer den kommenden Tag und legte mich schlafen.

Freitag: Ach herrje, es ist 1000am und mich ueberkommt eine stetig wachsende Uebelkeit. An Aufstehen ist bei weitem nicht zu denken, und so wird der Wecker auf 1201pm gestellt(eigentlich auf punkt 12 aber ob dass dann “am” oder “pm” ist, hab’ ich vergessen; so sollte es jedem klar sein). Zweites Aufwachen, ein kraeftiger Schluck Gatorade und das erzuernte Feedback meines Magens, dass er sowas definitiv noch nicht vertraegt. Ueber die Einzelheiten wie erzuernt mein Magen wirklich war lasse ich jede Spekulation zu: Die Gedanken sind frei! Auf alle Faelle Wecker erneut gestellt auf 0200pm und dann auch endlich aufgestanden, wenn auch etwas wackelig. Nach knapp 4 monatiger Bierpause sollte man einfach nicht den großen Krieger markieren, ueber seine Verhaeltnisse trinken und vor allem nicht die Biersorten mischen. Da auf der anderen Seite des Fensters meines Lofts Wasser wie aus Kuebeln vom Himmel kam, entschied ich mich erst gegen 0400pm zu einer Sight-Seeing Tour in das italienische Viertel (North End) dieser Stadt. Sehr schoen, sehr touristisch und vor allem verregnet. Fotos dazu gibt es natuerlich auch, wie immer auf Anfrage oder nach der Rueckkehr.

Nach meinem erfolgreichen Bestaunen alter Grabsteine, Kirchen und sonst noch allem, machte ich mich auch auf in den Supermarkt, denn ich hatte die Intention mir die schrulligsten Sachen zu kaufen die es hierzulande gibt. Die Wahl fiel dabei auf ein Packerl Chips mit dem klingenden Namen “Dipsy Doodles” (Ich habe keine Ahnung wie die schmecken, ich trau mich nicht die Packung zu oeffnen, sie sind naemlich bis ins Jahr 2011 haltbar, und irgendwie macht mir das Angst). Des weiteren erstand ich einen Schokoriegel mit dem Namen “Reese’s Fast Break”, der sowohl durch seinen Namen als auch durch seinen Inhalt zu meinen Topfavoriten der Nahrungsmittel (nun ja, ganz sicher bin ich mir dabei nicht, die Amis sollten bei vielen Dingen draufschreiben ob es zum Essen ist) zaehlt: “Milk Chocolate, Peanut Butter, Soft Nougats”. Den Geschmack dieser Kalorienbombe erwarte ich schon mit Freude. Zu guter letzt sprang mir noch eine Flasche Coca Cola with Lime Flavour in die Haende. Davon erhoffte ich mir wahrlich eine Geschmackskanone, doch ich wurde bitter enttaeuscht. Dieses Cola schmeckt einfach nur grausig. Nun ist es schon wieder 1036pm und ich mache mich langsam auf ins Bett, denn morgen muss ich frueh aus dem Zimmer raus, und uebersiedle in die Jugendherberge die sich einige T-Stations(Foto von Bostons bekanntem oeffentlichen Transportmittel ist noch ausstaendig, freut euch auf die kommenden Tage) stadteinwaerts befindet. Ob ich dort unbegrenzten Internetzugang habe, wage ich zu bezweifeln. Es kann also sein, dass die Blogfrequenz drastisch sinkt in den kommenden Tagen.

Ich habe mir auch soeben einen “One-year-Account” auf flickr gekauft, es sollte also jetzt keine Probleme mehr mit den Fotos geben. Einfach auf das Bild klicken, dann oeffnet sich im gleichen Fenster der Link zu dem jeweiligen Foto. Es sind auch alle Fotos dort gespeichert (bis jetzt nur 6 Stueck, die restlichen lade ich ein ander Mal drauf (habe ja jetzt 2gigabyte Transfer/Monat), die man sich dort auch ansehen kann(rechts neben dem Bild befindet sich ein Link zu “paolinhob’s photostream” auf den man klicken kann um sich alle Bilder anzusehen. Klickt man ueber einem ausgewaehlten Bild in der Leiste auf “All sizes”, kann man auch die Groeße bestimmen und sich das Bild auch in Originalgroeße (Original) anschauen.

Anbei das Foto des fuerstlichen Mahls, das ich im italienischen Viertel um sage und schreibe 13 Dollar zu mir genommen habe. Man bemerke auch wie liebevoll das Brot sich zu den Gnocchi kuschelt.

Ebenfalls bin ich hier im stroemenden Regen auf der Governement Center Plaza zu sehen, nachdem ich auf koebesines Tipp gehoert hab, ich solle trotz einiger Regenschauer doch rausgehen und mir die Stadt ansehen. Ich sei ja schließlich nicht aus Zucker, meinte sie keck!


gnocchi paul


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