… doch bevor wir zu dem kommen, noch kleine Erzaehlungen vom gestrigen. Eigentlich hatte ich ja vor, mir das Prudentialgebaeude in Boston anzusehen und dieses, auf welche Art auch immer, zu besteigen um den herrlichen Blick ueber Boston zu genießen. Aufgrund unserer Laptopschwierigkeiten und ebenfalls noch anfallender Arbeit wurde dieses Vorhaben jedoch auf unbekannt verschoben. So arbeitete ich gestern noch bis knapp vor 1800 um dann anschließend mit den anderen 1000 Teilnehmern der Konferenz direkt zur “Opening Reception” im benachbarten Hotel zu pilgern um uns gegenseitig kennenzulernen. Wie kann man sich das vorstellen ? 1000 Leute aus verschiedensten Nationen stehen in einem großen Raum, der mit 5 schnuckeligen Bars ausgestattet ist herum und labern ueber Dinge die sie nicht verstehen, mit Leuten die sie nicht kennen. Diese wiederum verstehen die Dinge des anderen nicht, und versuchen deswegen ihrerseits ihre Forschungsthemen an den Mann/an die Frau(aber das wirklich selten, Paolinho’s Blog berichtete) zu bringen. Das ganze passiert waehrend man mit kleinen Tellern voll mit tiefgefrorerenem Kaese (und auf diesen Kaese waren sie sichtlich stolz, denn es war ein Chaumes und ein Brie die sagenhafte 8° Celsius hatten und man mit dem Messer nur kleine Stuecke davon abschneiden konnte) bewaffnet herumsteht, und versucht unauffaellig in einer Gesrpaechspause sich moeglichst viel in den Rachen zu werfen um nicht unhoeflich zu wirken, weil man isst waehrend der andere spricht. Ein wenig Alkohol haette die Situation sichtlich aufgelockert, doch die Kellner mit den Schnauzern entgegneten einem nur: “Juice, botteled water or soda is free, the rest is cash”. Also auch die Hoffnungen auf einen Gratisdusel waren geschwunden. Um diesem Dilemma entschied ich mich zumindest fuer ein Zigarette und kaufte mir ein Paeckchen Camel light. Sie kosteten mich 7 (in Worten: sieben) Dollar, und ich werde sie Zug fuehr Zug genießen. Das Genießen faellt in diesem Bundesstaat auch nicht schwer, denn das Rauchen ist ausschließlich auf der Straße gestattet. So kam ich also auf ganze 9 Zigaretten waehrend meines gesamten Aufenthaltes. Der aufmerksame Leser fragt sich jetzt bestimmt: “Neun Zigaretten seit gestern? Das ist doch eigentlich ganz viel!” Doch nein, in weiser Vorraussicht habe ich mir schon aus Wien einen (wenn auch kleinen) Vorrat fuer die Reise mitgenommen. Fast alles ging jedoch schon in Madrid drauf
Doch nun wieder zurueck zum weiterhin zaeh verlaufenem(verlaufendem? bin mir ploetzlich nicht mehr sicher, welche Zeitvartiante die richtige ist). Ich kann es mir leider nicht verkneifen nochmals auf die Tradition der Kaelte zurueckzukommen: 1. der Kaese, 2. die Getraenke: Der Orangensaft gesellte sich im Glas mit einem halben Kilo Eis, nahm sofort Temperatur knapp ueberhalb des Gefrierpunktes an und verursachte beim Genuß tierische Kopfschmerzen in den Stirnhoehlen.(autsch). Gott sei Dank sind die Amerikaner ein aeußerst puenktliches Volk, das die Bar schon um 1859 schließt um niemandem mehr die Moeglichkeit zu geben sich noch weitere Kopfschmerzen einzufangen. Der Tag schien also sowieso bescheiden verlaufen zu sein, doch was fuer eine Wende: Gerade durch die Ubahn-Absperrung hindurch, fragen mich 4 weitere Konferenzteilnehmer ob ich auch noch Lust auf einen Kaffee haette, sie fahren Richtung Cambridge.(Ein Bier waer mir eigentlich nach 12h in dem Konferenzbereich lieber gewesen, aber was solls). Ich willigte ohne Zoegern ein, und schon ging die Reise los.
Cambridge ist toll, voller Menschen, alle ziemlich jung, die Straßen sind belebt, und es sieht einfach toll aus. Der Kaffee dort schmeckt trotzdem nicht gut. Nach ein wenig Plaudern und kennenlernen (die Namen hab ich bis auf den vom Inder mit dem tollen Akzent(Are you going shopping, betty) wieder vergessen.(glaub einer hieß Mark, und der andere Ryan oder Brian)) war es dann endlich so weit. Pranam(der Inder aus Maryland) fragte ob noch irgendwer Lust auf ein Bier haette, und wie durch ein Wunder strahlten ploetzlich alle Augen und wir waren uns sofort einig. Als naechstes kam eine Poolhalle ins Gespraech, auch hier stieß man nur auf pure Begeisterung. Da direkt eine (10 minuten Fußmarsch) von unserem Quartier entfernt liegt, entschieden wir uns dorthin einlochen zu gehen (…aehm, genau!) und vorher die Latops in der BU (Boston University(unser Quartier)) abzustellen.(alles Nerds, ich erwaehnte es bereits). Zu Pool: war lustig, waren zu viert, hat Spaß gemacht. Doch was erblickte dann mein geschultes Auge: Einen Wuzzler(Kicker, Tischfußball). Grandios. Genauere Informationen zu den Partien nur auf Anfrage
Danach schon wieder heim(0030) und noch bis 0200 gearbeitet an der neuesten Version der Webpage.
Heute: Sieben Uhr morgens raus aus den Federn denn, heute kam *großeFanfaremitabschließendemTusch* TIM BERNERS-LEE (an alle die mit diesem Namen nicht vertraut sind, moegen bitte die Geschichte des Internets lesen!!) Der Vortrag ist fast vollstaendig videomaeßig festgehalten und kann per Nachfrage bei mir erworben werden
. So jetzt wieder ein bisschen gearbeitet und gemittagspaust(das ist ein cooles Wort, wie meine amerikanischen Freunde sagen wuerden: I’m lovin’ it!). Jetzt gehen die Vortraege gleich wieder los, und unserer in ungefaehr 2h. Ich bin nicht nervoes, ich muß aber auch nicht vortragen. Wolfgang scheint mir auch nicht den Eindruck zu machen, angespannt zu sein, und ich denke es wird gut werden. Bin schon sehr gespannt wieviele Leute schlussendlich wirklich lauschen werden, und ob es interessante Gespraeche geben wird. Wie alles gelaufen ist und ob Susanne wirklich mit Bob im Bett war, das meine lieben LeserInnen gibt es morgen in einer neuen Ausgabe der beliebten Familienkolumne: “Paolinho’s Blog”
